Das Leintuch

Oh seelig meines Herzens Mitte
Wenn auf dies herrlich Weiß ich blicke
Auch nach vielen Nächten noch starr und crisp
Ganz fest verwebt, so leicht und dicht
Macht es auch noch ein Geräusch so schön und feierlich..

Und sinke ich leise in sein luftig Reich
Ziert mein Antlitz sogleich
Ein Lächeln der Freude
Denn es legt sich nicht an und beschwert, sondern berührt nur so zart, wie ein Hauch, die Haut und wärmt
Nie wird es alt, nie wird es..
Kalt.
Nie nutzt es sich ab, es bleibt immer wie am ersten Tag
Feierlich ausgebreitet
Immer da und wartet
Unveränderlich, auf mich
Oh du Stoff des Glücks, du Stück Reinheit, du edle Decke
Was tät ich wenn ich dich nicht hätte!
Ich sag es laut: ich liebe dich!
Denn mit dir
Wird jede Nacht zum Gedicht!

Und strecke ich morgens meine Glieder
Sehe, spüre ich dich wieder
Oh wie du riechst
Nach neuem Tag, nach Schönheit, nach Reinheit und Licht
Ich stehe auf, ganz selbstverständlich
Doch ich
Komme wieder!

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Ich fang jetzt an Leuten das zu erzählen was sie hören wollen.

Wo hast du hingmacht? -dort drüben😉

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The L word

Die Liebe hinterlässt so viele Narben.
I don’t get it why it hurt him
He didn’t get it why it hurt me
The first time this happens
A vicious circle begins
It’s irrational, natural
Something dies inside you
You never return to where you were before, the more you try the less so
Concentrating on what went wrong
When the focus is there
It can’t move elsewhere

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Große Gesten (speibemoji)

Große Gesten erzeugen keine guten Gefühle, sondern Kleinigkeiten. Im richtigen Moment nichts sagen, das kleinere Stück nehmen, “ :) “ zurückschreiben statt gar nichts. Große Gesten sind keine Entschuldigung.

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Fasten

Ich tanze nicht
Ich singe nicht
Ich schreibe nicht
Ich faste nicht
Ich lebe nicht
Um zu gefallen
Ich tanze, singe, schreibe, faste um zu leben.

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Zweifel

Die Selbstzweifel packen dich
Wie ein Krokodil seine Beute
Du kannst so viel zappeln und schreien wie du willst
Sie packen und schütteln dich
Bis du nur mehr Verzweiflung, Angst und Mutlosigkeit bist

Irgendwann bist du ruhig, wehrst dich nicht mehr dagegen
Denken bringt nichts, noch weniger reden. Du hängst nur mehr da, die Läufe von dir gestreckt, die Zunge aus dem Maul vor Erschöpfung
Immer diese Fassade aufrechtzuerhalten
Immer so zu tun als ob, so tun als wie, so sein wie

Und als deine Zehen zum ersten mal wieder zucken
Machst du die Augen auf und bist wach.
Denkst an das was war
Mit Wohlwollen gegenüber deiner selbst
Statt Wehmut, Reue, Wut und Schmerz
Denn du bewegst dich himmelwärts
Das Universum hat noch was vor mit dir
Halt es nicht auf, halt inne, sei still
Und einfach hier.

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Wölfe

Ein Wolf ist niemals devot
Ein Wolf trägt kein Halsband
Ein Wolf streift allein durch die Nacht
Ein Wolf stirbt für sein Rudel
Ein Wolf lernt durch Nachahmung und nicht durch Konditionierung
Ein Wolf ist immer frei
Die Liebe eines Wolfs ist ein Privileg

Viele Frauen lassen sich unterwerfen
Viele Frauen lassen sich ein Halsband anlegen
Viele Frauen sind gerne eingesperrt
Viele Frauen verlassen ihr Rudel
Viele Frauen sind trainiert auf vorgegebenes Verhalten
Viele Frauen sind niemals frei

Die Liebe vieler Frauen ist vergänglich 

Eine echte Frau …

Du bist ein Wolf ohne Rudel

Ein Mensch allein unter Hunden.

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Am flughafen

Am Flughafen überkommen mich immer dieselben Gefühle
Zuerst die Sehnsucht nach reisen, nach wegfliegen
Dann, in der Ankunftshalle das kollektive Warten.
Alle warten auf jemand, der ihnen lieb ist
Familie, Freunde, Liebende
Kinder mit Rosen
Sogar die Hunde sind ganz still und in Erwartung, wie ein kleines Kind vorm Weihnachtsbaum
Das Wiedersehen, ein winken, ein vertrautes Lächeln, freudestrahlende Gesichter
Umarmungen, Grüße, Koffer übernehmen, Gesten der Zuvorkommenheit.
Businessmen, Backpacker, Familien, alte Menschen, junge Menschen, niemand steht jemand im Weg
Ein ständiger Strom an Menschen
Und dann
Nur noch zum Auto und heim
Zwischen untergehender Sonne und aufgehendem Vollmond
Am Flughafen und in der Sauna sind alle gleich.

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…ist immer mehr…

Völlig undurchsichtig
Manchmal ziert sie sich
Und manchmal funktioniert sie
Manchmal klagt sie und manchmal läuft sie ziellos auf und ab
Manchmal ist sie verwegen
Manchmal ist sie scheu
Manchmal schläft sie stundenlang
Manchmal jagt sie
Wenn sie kann
Manchmal will sie spielen
Und manchmal nicht
Jeden Tag trägt sie ein anderes Gesicht
Sie ist nie böse, immer gut
Sie schenkt mir Ruhe, und auch Mut
Manchmal läuft sie weg und dann
Nehm ich sie wieder in den Arm
Manchmal ist sie mir ganz nah
Und manchmal ists als wär sie gar nicht da
Was immer es ist, das gleich passieren wird
Wie ein Kompass zeigt sie es mir
Macht genau das, was ich tun soll
Besonders wenn ich selbst es gar nicht seh
Dann springt sie wieder auf und davon
Und mir ists als war sie nur eine Erscheinung
Ein eingebildeter guter Geist
Von dem niemand weiß
Wie sie heißt.

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Schulz von Thun

„Wenn man mehr Geld hat gibt man auch mehr Geld aus.“

– Na das is aber dein Problem!

Sachinhalt, Appell, Beziehung, ..

Er will sich mit jeder Aussage distanzieren. Sagen es geht ihn nix an, dass die Beziehung keine freundschaftliche ist.

Was war das 4…

Selbstkundgabe!

Ich finde das kann jeder selbst entscheiden, du musst ja nicht viel ausgeben. Ich bin für mich verantwortlich und sonst für niemanden.

Der kann sich auch nicht einlassen. Scheint ein Standardproblem zu sein. Keine Empathie und destruktive Kommunikation.

Dass grade sowas als „sachlich“ gilt, wo es doch einfach nur männlich und überhauptnicht sachlich ist.

„So schlimm wars auch nicht.“
„Gibt schlimmeres.“

Wow. Danke für die Empathie. Pfff, krass.

Meine Freunde teilen Freude mit mir und nehmen Schmerz von mir. Meine Freundinnen sind lustig und empatisch, lebensfroh und konstruktiv. Meine Freundinnen mögen Beziehungen, die ein sich einlassen bedeuten. Wir mögen Nähe und fühlen mit anderen Menschen.

Ode

Ich fühl mich wohl bei Menschen die Fehler haben
Und Staub
Bei Menschen die Stille ertragen
Und spontan tanzen
Bei Menschen die
Nicht immer gleich sind
Und zweifeln
Und lachen
Und sich berühren
Bei Menschen die vergesslich sind
Und bei der Tankstelle einkaufen
Auch zu Weihnachten
Bei Menschen die
Menschen sind
Neugierig
Verletzt
Verspielt und traurig
Herzlich, offen und melancholisch
Klug und dumm
Scheitern und hinfallen
Abputzen und weitergehen
Unbehelligt trotz ständiger Unsicherheit
Egal ob allein oder zu zweit
Verletzt, erfahren, unterheblich
Ich geb nicht mein bestes
Sondern versuch es
Zu lernen, zu begreifen, zu verstehen
Die Zusammenhänge zu sehen
Ihr Menschen,
Die, die Wohlwollen nicht zerstören
Ihr funkelt
Und euch wird die Welt gehören.

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Die Blia

Manch Kreatur blüht einsam nur
Nicht geschaffen sich zu messen
Nicht gedacht dies Einzelwesen
Für das Leben wie die anderen
Ewig hintereinander zu wandern
Hebt es sich empor und streckt
Mutig ihre Fühler in die Welt.

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Gott Vater, Sohn, und andere Männer

Würde man in allen Religionen das Wort „Gott“ mit dem Wort „Universum“ ersetzen, gäbe es immer noch dieselben Grundsätze, aber keine Diskriminierung oder Ausgrenzung uva kein religiöses Patriarchat. Nur ein Glaube ist für alle. Und das ist nicht der an eine Person oder Einzelheit.

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Ohne Titel

Es issoruhig
Still und
Ich bin bei mir
Dass sie mein Herz nicht öffnen kann
Ist weder gut noch schlecht
Wir werden uns einfach nur nicht 100% gerecht
Doch ich bin offen, bin bereit
Im Licht der Unendlichkeit
Alles zu spüren, zu sehen, zu fühlen
Was mein Herz sich wünscht, nein, was es braucht
Es ist was anderes
Und ist es auch fern und unsichtbar
Ich warte auch noch diese Ewigkeit
Das Glück, es wartet auf mich

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Verein t?

Menschen schließen sich zu Vereinen zusammen um nicht allein zu sein und schirmen sich damit gegenüber anderen ab. 

Die einen pflegen das Moor, die anderen sind bei der freiwilligen Feuerwehr. Die einen um was zu tun. Die anderen um dabei zu sein. Die nirgends dazugehören arbeiten höchstens dagegen. Würden Leute tun ohne Vereinsmütze gäbe es keine Ausgeschlossenen. Das Internet hat gerade erst begonnen die Welt zu verändern. #Total2100

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Tu felix Austria

Paul-Julien Robert: In meiner Kindheit war klar bestimmt, was spaßzumachen hatte. Surfen war größenwahnsinnig, Popmusik kleinfamiliär, Zeitschriften spießig und Fußball proletarisch. Aber Malen war irre toll. Ausdruck der entwickelten Persönlichkeit.

Ein 6jähriger wird aufgerufen, geht auf die Bühne „Schau nicht so mürrisch! Sonst schütt ich dir das Glasl ins Gesicht! Ich zähl jetzt bis 10 und dann fängst du an zu singen.“ Er weint, eine Flasche Wasser wird feierlich über seinem Kopf entleert. „Und jetzt sing!“ Er bläst 3 Töne in die Mundharmonika, heulend, wieder fließt Wasser. „Geht schon, schlafen gehen, morgen mach ma das wieder, gell? Ja! Morgen mach ma das wieder!“

Mit 16 mussten die Mädchen mit Otto Mühl schlafen und die Burschen mit seiner Frau. Zur Befreiung der Sexualität. Und manche taten es gern, weil das die einzigen Stunden waren, in denen sie sich geliebt fühlten.

Als er angeklagt wurde, verbrannte er die Tagebücher der Jugendlichen und machte Bilder mit der Asche.

Die Mütter: „Also mir gegenüber war er nicht so.“
„Das habe ich nicht gewusst.“
„Das Gefühl hatte ich nicht.“

Die Männer: „Die Menschen gingen ja in die Kommune, weil sie nicht Eltern werden wollten.“

Die, die nicht 16 wurden dort: „Also ich kann mich nicht so genau erinnern.“
„Ich hab das nicht so mitbekommen.“
„Für mich war Malen total super.“

1991 wurde Otto Mühl in Österreich wegen Kindesmissbrauchs und Verstoßes gegen das Suchtgiftgesetz zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Das Wiener Museum für Angewandte Kunst widmete ihm seit 1998 zwei große Einzelausstellungen.

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Quelle

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Scheiß auf Kunst

StGb

Korrespondenz mit dem MAK

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I´ll call you tomorrow

Oh please, just call whenever you feel like it, will you and don’t make promises you don´t really intend to keep.

Some people who say stuff like that

  1. don´t mean it. And some of those
  2. might have some kind of power/control freak issue. With these words they make sure you won’t meet anyone else, at the same time it doesn’t oblige them to make space for you, they stay in control. Plus they make sure you don’t call them. Just watch out – when has a person who said that to you really intended to meet you the next day? And when have they really actually called? See?
  3. Will never admit the above. So don’t say something like: you don’t have to oblige yourself to call, I want you to call when you feel like it, not because you promise it now. They will undoubtedly use that against you. „Well, you said I shouldn’t call!“, trust me. The best reply would probably be: when? Cause I won’t wait. But don’t expect to get an answer..

Remember, anyone who is honestly interested will call anyway and not put pressure neither on you nor on themselves. And: see whether they’re available when you call, I bet it works just one way. You are not a coincidence.

Dieses Gefühl, das du mir gibst…

Dieses Gefühl, das du mir gibst..

Ich glaube plötzlich, dass alles möglich ist, dass alles sich geben wird.
Und das ist neu
Denn oft war alles zu schnell vorbei. Ich weiß bei dir, du nutzt mich nicht aus, ich brauche dich nicht, ich öffne mich und du
Verletzt mich nicht.

Ich muss dir gar nicht vertrauen, dich nicht bevormunden oder kontrollieren, ich muss dir nichts beweisen, mich nicht rechtfertigen, erklären oder diskutieren.
Und das Gefühl, das du mir gibst..klar, erfrischt, frei, akzeptiert.
So unverbraucht.
Kein böses Wort, kein Gift
Dass Zwietracht eine Chance hätt.
Ich fühle mich wie neu auf der Welt, neugierig, offen, voll froher Gedanken, ohne hoffen – Welch ein Glück,

Denn die nur hoffen haben bereits aufgegeben. Legen ihr Schicksal in andrer Mächte Hände, faul und träge, den inneren Rebell längst vergraben, hoffen u beten sie, ohne etwas zu wagen, ohne sich aus dem Fenster zu lehnen. Doch das Gefühl, das du mir gibst, ich sehe plötzlich mehr als meine eigenen vier Wände, fühle mich verbunden, nicht wie eine Fremde.

Glücklich ist das falsche Wort, denn glücklich sein ist kein Gefühl, glücklich sein ist ein Zustand, äußerst fragil, dieses Gefühl aber, es trägt ein anderes Gesicht, es ist
Ja, Zuversicht.
Sie liegt viel tiefer als das kurze Glück, sie ist beständig, gegenüber Hoffnung und Unglück. Verliert man sie, verliert man alles, Liebe, Hoffnung, Glück, hat man sie kommen all diese Dinge zurück.

Was gibt es wertvolleres als sie?
Nichts.
Dieses Gefühl, das du mir gibst
Oder in mir weckst
Ich hoffe nicht, ich weiß,
Dass es nun wächst.

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Die dümmsten Sprüche der Welt

  1. Das hast du falsch verstanden. (siehe ich will es dir erklären)
  2. Reg dich nicht auf! (Schon mal jemanden erlebt, der sich dann beruhigt hat?)
  3. Es kann dir ja wurscht sein, was andere denken.

Nein! Ist es mir nicht! Selbst wenn ich die Leute nie wieder sehe ist es mir nicht wurscht, was sie über mich denken. Und auch wenn ich sie nicht kenne, sind sie mir nicht wurscht. Mir sind andere nicht wurscht.

Völlig assozial und dumm diese Behauptung. Und einfach nicht richtig. Wieso sagt man nicht, wie es ist: „Du bist in Ordnung, so wie du bist und wenn jemand etwas Böses über dich denken will, dann tut er es ohnehin, völlig unabhängig davon was du sagst oder tust.“

Und es ist auch vollkommen normal, dass man am Anfang in einer Gruppe unsicher ist. Oder haben Sie schon einmal erlebt, dass in einer neuen Gruppe so miteinander geredet wird wie in einer Gruppe von Freunden? Dass eine neue Schülerin sofort mit allen aus der Klasse redet ohne jede Scheu? Dass sie zu jedem hingeht und sagt „Hi, ich hab mir gestern in die Hose gemacht und deine Frisur is echt leiwand!“

Es ist ja auch logisch und natürlich und von den sozialen Wissenschaften genug belegt, dass wir als soziale Tiere uns der Gruppe anpassen müssen, wir müssen die Regeln der Gruppe akzeptieren und verinnerlichen, sonst werden wir ausgestoßen. In früheren Zeiten hätte das den Tod bedeutet. Heutzutage bedeutet es höchstens den sozialen Tod. Naja, zählt der nicht?

Abgesehen davon ist diese Einstellung, dass mir andere und deren Meinung wurscht sein sollen nicht nur völlig unchristlich sondern gänzlich unmoralisch und verwerflich. Ein halbes Leben lang erzählt man uns wir sollen unsere Nächsten lieben und dann wird alles mit diesem Satz umgedreht. Absurd.

Vielredner

Es gibt so Leute, die erzählen und erzählen und erzählen

Und erzählen und erzählen und erzählen

Und bauen aber Geschichten so auf, dass man als Zuhörer keine Ahnung hat, welche von den 10 Fakten pro Minute man sich merken muss, um am Ende die langerwartete Pointe, falls denn eine daherkommt, zu verstehen. Da wird erzählt von der Imbissstube von der Tante von irgendwem, aber es kommen keinerlei Hinweise wie „das is die Tante vom..aber egal, es geht darum, dass..“, nein, solche für den aufmerksam zuhören Wollenden essentielle Hints kommen überhaupt gar nicht. Am Ende ging es dann doch nur um das Radl, das jemand, zum Glück wissen wir nicht wer, denn dann hätte der auch Zuhörkapazität verbraucht ohne in irgendeiner Weise relevant zu sein, zuvor abgestellt hat. Gottseidank war am Ende nicht die Marke des Fahrrads von Bedeutung, denn das hab ich mir nicht gemerkt. Erzählt wurde jedoch ausführlichst von der Schaltung, die es hatte, die ebenso völlig irrelevant war, und zwar nämlich für den Schlusstatbestand, dass die Frau von einem Arbeitskollegen sich Dinge, die sie findet, sofort und ohne jegliche moralische Bedenken zu eigen macht. Puuh, Glück gehabt, ich wusste nach 10 min also worum es ging, erleichtertes Ausatmen. Oft bleibt einem nämlich am Ende nichts anderes übrig als nachzufragen, oh Graus, da man sich die falschen von den 100 Fakten gemerkt hat. Und weil man nun eh schon so lang zugehört hat ohne die leiseste Ahnung zu haben worum es geht, möchte man nicht darauf verzichten den Höhepunkt der unendlichen Geschichte zu hören. Nun, die Verschnaufpause währt nur kurz, denn es folgt zugleich eine weitere Anekdote, mit demselben Ende. Ha! Geschafft! Jetzt kann man endlich was drauf sagen, endlich ist es so weit und das eigentliche Gespräch, im Sinne eines offenen Meinungsaustauschs, geht los! Man, schon vorsichtig geworden, wählt extra wenig Worte, denn wenn im Gesagten auch nur der Anflug eines anderen Themas, meist reicht 1 Stichwort, vorkäme, würde dieses sofort aufgegriffen und in einer weiteren 10minütigen Ansprache verarbeitet werden, was es in jedem Falle zu vermeiden gilt, sagt: „Wie überaus verwerflich, hast du was zu ihr gesagt?“

Die Antwort: nein.

Das ist in zweierlei Hinsicht spannend. 1. gibt es also Leute, die, wenn es angebracht wäre etwas zu sagen, die Pappen halten. Ob das dann immer auch die sind, die diese zu einem anderen Zeitpunkt gar nicht mehr zukriegen?

Zweitens legt dies die Vermutung nahe, dass tatsächlich nichts von dem Erzählten relevant war und derjenige nichts damit sagen wollte, also es niemals ein Gespräch hätte werden sollen. Nur ein Abladen, Ausschließen, Ablassen von etwas am falschen Ort zur falschen Zeit, das woanders hingehört. Oder so.

Religion trennt, Ethik vereint

Habt ihr euch schon mal gefragt warum Filme u Serien funktionieren? Sie könnten nicht funktionieren, wenn wir nicht alle dieselben Vorstellungen von Freundschaft, Liebe u anderen Beziehungen hätten – wie sonst könnten wir denn mitleiden bei einer Liebesschnulze? Und nachvollziehen warum Serienhelden so u so reagieren? Das wäre ja gar nicht möglich, wenn wir nicht dieselben Tugenden hätten. Wir könnten gar nicht fernsehen. Wir würden nach 1 min abschalten.

„Alle großen Weltreligionen mit ihrer Betonung von Liebe, Mitgefühl, Geduld, Toleranz und Vergebung können innere Werte fördern. Die Realität unserer heutigen Welt ist jedoch, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, unsere Ethik auf Religionen zu gründen. Aus diesem Grund komme ich zunehmend zu der Überzeugung, dass die Zeit gekommen ist, über eine Spiritualität und Ethik völlig jenseits aller Religionen nachzudenken.“

Dalai Lama

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Jetzt ist er da, der 24.

Sagt mancher im September voll antizipiertem Schreck:
„Oh Gott, in 3 Monaten ist Weihnachten, und ich hab heut noch nicht mal meine Mails gecheckt“
So ist man heute ganz entsetzt, dass der Advent so schnell verging,
Wo sind nur die vielen Wochen hin?
Denkt vorher die ein oder andere Mama: „bin i froh wann des fest hinüber is, hat doch eh nix zum tuan mim Jesu Christ!“
Setzt doch am Morgen des 24. ein Anflug an Wehmut schließlich ein – „Muss denn morgen wirklich alles vorbei sein?“
Das Kekse backen, ja es war mühselig,
Doch Selbstgemachtes verschenken machte irgendwie..seelig.
Im Fernsehen, wenn auch teils gespielt,
Berichte über gute Taten,
Über Menschen, die etwas wagten,
Ja, sogar in der Zeit im Bild.
Aufrufe zum Spenden, Erinnerungen ans dankbar sein.
Wieso muss denn das alles morgen vorbei sein?
Dann kommen noch die Silvesterknaller
Spätestens dann ist aller
Weihnachtszauber vergessen,
Falls er mal da war.
Die Punschhütten sperren zu, es wird wieder leise draußen, weg der Schmuck u die Lichterketten.
Was wäre der Winter, wenn wir das nicht hätten?
Außer lang, kalt und fad,
Oder nennen wir’s „Alltag“?
Weil wir den ja so lieben.
Was, wenn einige Dinge blieben?
Das Schenken und Beten und Frohes wünschen (naja, und natürlich auch das Trinken von Pünschen)
Das nette Dinge sagen und machen,
Das an andere denken und das für andere danken,
All diese Sachen.
Was, wenn wir alle mitmachen?
„Nein, nein das geht nicht, alles hat seine Zeit, und Weihnachten ist nun mal vorbei!“
War es nicht so, dass damals in dem Ståll
Erst alles anfing, ganz von Neuem?
Deswegen, wieso nicht,
Nimm heuer mit nicht nur die Geschenke an dich,
Nimm mit ein bisschen Freude und Beseeltheit, Dankbarkeit und Liebe
Bis morgen, bis Silvester, bis nächstes Jahr.
Damit du denkst
Im nächsten Advent
„Weihnachten, das wird wunderbar.“

Frohe Weihnachten!

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Du … zu viel

Wenn du gerne redest, werd Geschichtenerzählerin
Wenn du gerne im Mittelpunkt stehst, geh auf die Bühne
Wenn du eine „zu laute“ Stimme hast, sing!
Wenn du dich gern über Dinge aufregst, dann werd Künstler
Wenn du zappelig bist, dann tanz
Wenn du gern zuhörst, dann werd Seelsorgerin
Wenn du gern Fleisch isst, dann mach den Jagdschein

Es gibt keine richtigen und falschen Eigenschaften, nur richtige und falsche Einstellungen.
Fuck you I won´t be what you tell me!

„Nicht deine Augen schmerzen, sondern die Ungerechtigkeit.“
Ada Luz Marquez

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Next

If you don’t listen
I will not talk

If you don’t understand
I will not explain

If you don’t think twice
I will stop trying

I am not your teacher
I will not be your lover.

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Rechtfertigungsgesellschaft II

Wann ist Kinder kriegen zu einer Glaubensfrage geworden?

Mein 17jähriger Schüler Jakob meinte kürzlich: mir geht das schon so auf die Nerven, andauernd muss ich meine Meinung sagen, in Deutsch, in Englisch, meine Meinung zu Gewalt, meine Meinung zu Facebook, meine Meinung zu Shoppen, meine Meinung zu Urlaub. Zur Deutschschularbeit war, wie könnte es anders sein, wieder seine Meinung gefragt. Und zwar zum Thema Kinder kriegen. Natürlich kann man sich mit 17 schon mal Gedanken darüber machen, va wenn man sexuell aktiv ist. Entgegen allgemeinen Vorurteilen sind das jedoch nicht ALLE 17jährigen. Und für die meisten, die es sind, ist die Hauptfrage: wie verhüte ich am besten und nicht: will ich, wenn ich erwachsen bin eine Familie gründen, wo ich jetzt noch nicht einmal weiß, ob ich nach dem Studium einen Job bekomme? Und überhaupt: haben sich unsere Eltern das JEMALS gefragt? Jemals? Warum wird es uns jetzt aufgezwungen darüber nachzudenken, und das bevor wir selbst erwachsen sind? War es so schlimm für unsere Eltern, dass sie sich die Frage nie stellten?

In allen Medien wird nichts, nicht einmal Sex, so extrem propagiert wie Familie. Wer würde denn die Frage mit „natürlich will ich Kinder“ beantworten, wenn die Medien die Wahrheit zeigten? Schlaflosigkeit, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Überforderung. Aus der Nahrungsaufnahme haben wir bereits Glaubensbewegungen erschaffen, mit Aus- u Abgrenzung und allem was dazu gehört – siehe Menschen, die ihr WLAN „VEGAN BASE“ (ja, in GROSSBUCHSTABEN) nennen (meine Nachbarn).

Die Diskussion übers Kinder kriegen..ich hab noch nie eine vernünftige Antwort bekommen auf die Frage „warum hast du Kinder bekommen?“ Der Favorit: „ich wollt nicht mehr egoistisch sein“

Aha, also „ich will ein Kind“ ist ja gar nicht egoistisch. Wenn du Barmherziges tun willst dann geh zur Caritas oder einem anderen wohltätigen Verein. Kinder kriegen um Gutes zu tun, das kauft dir keiner ab. Einigen war auch fad. „Naja, ich war vorher eh auf Weltreise u hab viel erlebt und dann hab ich mir gedacht das is vielleicht schön.“

Doch warum muss ich es denn überhaupt begründen? Und warum höre ich nie: „wir haben uns einfach geliebt. Und es drauf ankommen lassen.“ Und was wäre daran schlimm? Selbst wenn der Nachsatz „naja, zumindest dachte ich das“ lautet.

Einerseits wird uns vorgegaukelt das Glück sei nur durch Partnerschaft u Familie zu erreichen (vgl. nahezu sämtliche Pophits, u sonstige Hits sowie Werbung, Film u Fernsehen), andererseits muss ich alles was ich tue von vorne bis zum bitteren Ende durchdacht haben, begründen, 3x durchleuchten u ohne Rechtschreibfehler wiederholen uva unterschreiben damit es zählt. Nur dahinterstehen, das tut deshalb niemand.

Ja, sogar das Gegenteil ist der Fall: ich entbinde mich der Verantwortung indem ich sage: es war doch so gut durchdacht! Ich dachte…1000 rationelle Gründe…u dann kam es anders. Ups, na da kann ich aber jetzt nix dafür!

„Die eigene Frau..unterm Weihnachtsbaum..mim falschen Vornamen anreden.. das ist Freiheit!“

Josef Hader

Und außerdem
Was geht es denn die Lehrerin oder sonstjemand an, was er jetzt darüber denkt?

Und schließlich gehören 2 dazu, und damit gehören zu der Entscheidung 2. Und damit ist es fast nie nur eine Person allein, die sich die Frage stellt und es ist selbstverständlich abhängig von der anderen Person und nicht allein von mir, ob ich es mir vorstellen kann oder nicht.

Kategorisch ja oder nein zu sagen ist daher sinnbefreit. Überhaupt können die Frage sich nur Paare stellen. Die können die Frage meistens auch klar, schnell und eindeutig beantworten. Denn es ist ein Gefühl. Als Single ist man in einem Fall eh froh allein zu sein, daher nein, im anderen Fall wünscht man sich zunächst mal einen Partner. Als Single kann man höchstens grundsätzlich zu oder eher abgeneigt sein, aber „ja“ gibts ja nicht. Und selbst die Frauen, die sagen sie wollen unbedingt ein Kind suchen doch meistens erst einen Partner, obwohl ein Kind kriegen allein viel einfacher wär. Also auch „nein.“

Armer Jakob.

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