Die Doppelnormal

Umgangssprachlich Doppelbelastung heißt, dass man, wobei meistens frau, völlig normale Dinge tut wie arbeiten, Kinder kriegen, Essen kochen etc. und jedes einzelne dieser Dinge als Belastung bezeichnet wird.

„Wie gehen Sie nur mit dieser Doppelbelastung um??!“
– Na ich bin scheinbar einfach wonder woman, ich tu das, was Menschen halt so tun, manche würden es ja „Leben“ nennen, va mein Kind ist ja so eine Belastung sag ich Ihnen. Und dann noch einkaufen und kochen, und dann Freizeitgestaltung, so eine Belastung aber auch! Ich kann Ihnen die Frage wirklich nicht beantworten. Vielleicht bin ich ja absolut einzigartig. Woher nehm ich nur die Energie täglich aufzustehen frag ich mich…

Emanzipation = Doppelbelastung? Warum gibt es keinen Mann, der von einer Doppelbelastung spricht?

Klar ist, dass es die Summe der To-Dos ist, die alles zu einer Belastung machen, doch die Dinge einzeln, für sich, sind keine Belastung per sé. Und dass die Familienarbeit, vom Biologischen bis zum Organisatorischen, zunächst zu 100% und dann nur geringfügig rückgängig von Frauen gemacht wird ist der Anfang der Fehlende-Anerkennung-Spirale. Nur Frauen, die beides „managen“, Beruf und Familie, erhalten eine Art Prestige – die, die mit der Doppelbelastung umgehen können. Doch die Belastung entsteht, weil sie damit umgehen können müssen.