Das Leintuch

Oh seelig meines Herzens Mitte
Wenn auf dies herrlich Weiß ich blicke
Auch nach vielen Nächten noch starr und crisp
Ganz fest verwebt, so leicht und dicht
Macht es auch noch ein Geräusch so schön und feierlich..

Und sinke ich leise in sein luftig Reich
Ziert mein Antlitz sogleich
Ein Lächeln der Freude
Denn es legt sich nicht an und beschwert, sondern berührt nur so zart, wie ein Hauch, die Haut und wärmt
Nie wird es alt, nie wird es..
Kalt.
Nie nutzt es sich ab, es bleibt immer wie am ersten Tag
Feierlich ausgebreitet
Immer da und wartet
Unveränderlich, auf mich
Oh du Stoff des Glücks, du Stück Reinheit, du edle Decke
Was tät ich wenn ich dich nicht hätte!
Ich sag es laut: ich liebe dich!
Denn mit dir
Wird jede Nacht zum Gedicht!

Und strecke ich morgens meine Glieder
Sehe, spüre ich dich wieder
Oh wie du riechst
Nach neuem Tag, nach Schönheit, nach Reinheit und Licht
Ich stehe auf, ganz selbstverständlich
Doch ich
Komme wieder!